Zeitungsartikel von Walter Rebmann aus der KRZ vom 26.10.2001:
Galerie der Musik- und Kunstschule wurde eröffnetErnte einer vergnüglichen Mal-FreizeitBöblingen Böblingen hat eine neue Galerie. Am Samstag wurde sie in der Musik- und Kunstschule mit einer abwechslungsreichen Vernissage eröffnet. Ausgestellt sind Arbeiten, die während einer Mal-Freizeit über Pfingsten in der Toskana entstanden sind. Sehr angetan über die neuen Ausstellungsmöglichkeiten in den Fluren und Gängen der Schule zeigte sich deren Leiter Peter Wachinger, der darauf hinwies, dass Böblingen eine der ersten Städte im Lande war, in der die Idee einer Musik- und Kunstschule verwirklicht worden ist. Durch die neue Galerie, für die Wachinger als Name "Galerie Augenblick" vorschlug, weil Kunst viel mit schönen Augenblicken zu tun habe, erhält die Kunst im Haus der Musik eine neue tragende Säule. Das neue Angebot werde von der Stadt ausgesprochen begrüßt, sagte Lutz Ebert als Vertreter des Amtes für Kultur. Denn Vernetzung ist angesagt, die Bildende Kunst im Haus der Musik hochwillkommen. In den künstlerischen Alltag tauchte Gérard Krimmel ein, einer der beiden. Lehrer, der zusammen mit Ingrid Zerfass die Freizeit in den Pfingsttagen in einem Bauernhof in der Nähe von S. Gimignano künstlerisch betreut hat. Er philosophierte über die Kunst und ihre mangelnde Lehrbarkeit, über Wege zur Meisterschaft, die mit Üben gepflastert sind, und über die mancherlei Schwierigkeiten, die dabei zu überwinden sind. Gewürzt wurde die Vernissage mit zur Gitarre vorgetragenen Liedern und Duetten, Gedichten von Robert Gernhardt und einer munter moderierten Dia-Schau über den toskanischen Alltag der 24 Damen und Herren aus Böblingen und Umgebung, die in der herrlichen toskanischen Hügellandschaft in Ferienwohnungen lebten, sich gegenseitig bekochten und in der zum Atelier umgebauten ehemaligen Remise des Bauernhofs des Einmaleins der abstrahierenden Künste befleißigten. Die Ergebnisse, die jetzt an den Wänden der Musik- und Kunstschule hängen, können sich sehen lassen. Dem Betrachter eröffnen sich tatsächlich mannigfache Ein-, Aus-, Rück- und Durchblicke, wie die Einladung ankündigt, auch wenn die Namen der Künstler nirgendwo verzeichnet sind, da es sich ja stets um Übungsarbeiten handelt. Da gibt es schnell geritzte Landschaftsskizzen oder langwierig angelegte Objektstudien, Spiellust signalisierende Materialkollagen stehen neben überraschenden Farbtexturen. Wege werden nachbeschritten, von der Realität bis zur Herausarbeitung einzelner Aspekte. Dann bloße Objektstudien, farbige Skizzen und kleinformatige "Grüße in Farbe". Und das alles in einer verblüffenden Vielfalt, und Vieles davon schon mit überzeugender Gestaltungskraft. Viele visuelle Möglichkeiten sind hier erprobt und viele handwerkliche Schritte sind hier vollzogen. Offensichtlich ist es Ingrid Zerfass und Gérard Krimmel gelungen, bei ihren zumeist schon sehr erwachsenen Zöglingen viele Hemmungen abzubauen, ihr künstlerisches Selbstbewusstsein zu entwickeln und sie zu ganz individuellen Leistungen zu ermutigen. Geöffnet bis 23. November, täglich außer samstags von 9 bis 18 Uhr.
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